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Zeit

jetzt ist schon mehr als eine Woche vergangen, aber ich habe nicht so richtig das Gefühl, dass es besser wird...

Ich kann es auch auf eine gewisse Weise nicht realisieren... jedes Mal, wenn ich in Stall gehe, hoffe ich, er schaut zu seiner Box heraus und begrüßt mich - aber seine Box ist natürlich leer.

Die letzte Woche habe ich mich einfach weitgehend abgelenkt, aber das ist ja auch keine Lösung... ich kann doch nciht einfach nur aufhören daran zu denken, oder?

28.3.14 11:37, kommentieren

das Ende

Dann hatte ich zwei glückliche und schöne Jahre mit ihm.
Klar hatte ich andere Probleme, aber mit ihm war alles gut und er hat mir Kraft gegeben. Wenn es mir nicht gut ging bin ich zu ihm und er hat gemerkt, dass etwas nicht gestimmt hat und hat mich auf seine Art unterstützt.

Aber damit war Schluss, anfang Februar 2014 hatte er wieder eine Kolik im Dünndarm.
Da wir ihm nicht anders helfen konnten als durch eine OP haben wir ihn natürlich wieder in die Klinik gebracht.

In der Klinik selbst hat er dann nach einem Tag schon wieder eine Kolik gehabt, der Tierarzt hat gemeint er könnte ihm einen Beipass über den Dünndarm an der Stelle legen, damit er zwei Ausgänge hat und es sich dort nicht verstopft.

Wir haben natürlich jede Möglichkeit auf Heilung wahrgenommen und haben ihn ein weiteres Mal aufmachen lassen.
Dann schien alles wieder gut zu sein.

Er kam nach Hause, durfte zwar ein paar Wochen nicht auf die Weide, aber ansonsten war alles gut.

Dann vor einer Woche am 20. März war ich morgens joggen.
Als ich wiederkam, stand bereits der Tierarzt auf dem Hof. Ich dachte zuerst, es sei etwas mit einem anderen Pferd, auf meinen "Kleinen" kam ich gar nicht.
Aber als es mir klar wurde war ich wie in Trance, die Möglichkeit einer OP gab es nicht, die Bauchdecke war noch nicht ganz verheilt von der letzten OP und konnte nicht noch einmal aufgemacht werden.

Jetzt mussten wir hoffen, dass wir die Dünndarmkolik durch Spritzen und Bewegung loswerden konnten.
Also bin ich stundenlang die Wiese auf und ab mit ihm gelaufen. Aber es hatte nicht den Anschein, dass es helfen würde, zumindest nicht richtig.

Mein Vater hat mich mittags dann aber trotzdem auf meine Abifeier geschickt, unter dem Vorwand es nütze nichts wenn ich nur blöd rumstehe und zuschaue.
Dann bin ich gegangen um mich abzulenken, was aber nicht richtig funktioniert hat. Ich hab ständig mit meinen Gedanken wo anders und hatte mein Handy unter ständiger Beobachtung falls irgendetwas neues passiert.

Um 4 war es dann soweit, meine Mutter hat mir angerufen und gesagt, dass es vorbei mit ihm ist. Sie hat mich abgeholt und wir sind direkt nach Hause.
Aber ich konnte es mir nicht mit anschauen, er hing an einer Infusion, die ihn vielleicht noch irgendwie retten könnte, aber die Hoffnung ging gegen Null.
Also bin ich zu einem sehr guten Freund von mir gefahren, der natürlich Zeit für mich hatte. Er ist mitgekommen und geblieben bis nachts alles vorbei war. Dafür möchte ich ihm danken, denn das ist nicht selbstverständlich.

Es hat noch eine Ewigkeit gedauert, um 22:30 war dann definitv klar, dass man ihm nicht mehr helfen kann, die Infusionen haben nicht angeschlagen, die Spritzen und auch die Bewegung hat nichts geholfen. Der Darm war nach wie vor komplett verschlossen und das einzige was sich vergrößern würde, wären seine Schmerzen. Der Tierarzt hat gesagt er überlebt diese Nacht auf keinen Fall mehr.

Und gerade weil wir ihn so lieben konnten wir ihm diese Schmerzen nicht zumuten, da er sowieso an ihnen gestorben wäre, wollten wir ihn davon erlösen.

Nun stellte sich aber die Frage wo, denn auf unserem Hof wollten wir es nicht machen, wir hätten ihn nicht noch stundenlang einfach tot herumliegen sehen können.

Die "Lösung" war ein Nachbar in 1,5km Entfernung, ein Bauer mit einem großen Hof bei dem immer wieder einmal ein Tier stirbt und er also kein Problem damit hat.

Also bin ich die letzten Meter mit meinem Pferd in den Tod gegangen. Ich habe ihn als er klein war auf die Welt geholt und auf die Weide getragen und nun führe ich ihn in den Tod. Das einzige gute Gewissen das ich hatte war, dass er ein wirklich schönes Leben bei uns hatte.

Auf dem Hof ging dann alles sehr schnell. Er hat seine Betäubungsspritze bekommen und im Anschluss daran direkt seine zwei großen blauen Todesspritzen. Er ist sofort umgefallen und lag dann tot auf dem Boden.
Ich hoffe er hat es nicht mehr gespürt, wie sein Herz die letzten Schläge getan hat und dann endgültig aus war.

Dieser Moment wird mir ewig im Gedächtnis bleiben, diese Spritzen und dann der Sturz gegen die Wand und wie er dann auf dem Boden lag, so ruhig und lieb als würde er schlafen, aber doch die Gewissheit, dass er nie wieder aufsteht.

Er ist tot.



26.3.14 09:32, kommentieren

Zeiten ändern sich aber bleiben glücklich

Der kleine entwickelt sich prächtig, wird immer älter und älter.
Zwar sieht er seinem Bruder verdammt ähnlich, aber irgendwie ist das kein Problem für mich, weil er dadurch nicht vergessen wird.

Aber es bleibt nicht so toll...eines Tages bekommt der Kleine immer öfter eine Kolik - das ist eine "Verknotung" oder "Verstopfung" im Darm - um das zu beheben gibt man den Pferden meist Spritzen, bewegt sie, beobachtet sie bis sie wieder äpfeln.
Hilft das alles nichts, gibt es noch die Möglichkeit einer OP.

Die ersten Male als er das hatte, hat die Spritze ausgereicht. Dann habe ich halt im Stall nachts Wache geschoben und es war am nächsten Morgen Gott sei dank wieder gut.

Aber eines morgens war es nicht wieder gut. Also haben wir beschlossen in die Klinik zu fahren.
Dort hat der Tierarzt gesagt, die einzige Möglichkeit wäre eine OP.
Da wir ihn auf keinen Fall verlieren wollten oder konnten blieb uns also nur diese eine Möglichkeit.
Ein paar schreckliche Stunden standen uns nun bevor. Aber es verlief alles glatt und nach 6 Wochen durfte er auch wieder wie gewohnt mit den anderen auf der Wiese toben und spielen.

Das war im Sommer 2012.

25.3.14 07:11, kommentieren

wie geht es weiter?

nun stand die Frage im Raum, was machen wir?

Wir waren alle fertig, aber es gab auch das Problem, dass wir "zu wenig" Pferde hatten und eigentlich wollten wir unseren Traum vom eigenen Fohlen nicht aufgeben.

Also haben wir beschlossen es noch einmal zu versuchen und die Hoffnung nicht komplett aufzugeben, denn es geht immer weiter.

Das ist ein Satz den ich oft gehört habe

 

"Kopf hoch, das Leben geht weiter"

 

Aber stimmt das überhaupt, gibt es nicht irgend einen Punkt an dem Schluss ist?

Auf jeden Fall ging alles wieder von vorne los, die Stute decken lassen und dann hieß es erneut 11 Monate warten.

Als diese 11 Monate vorüber waren und ich Nächte vor der Überwachungskamera verbracht habe und auf die Geburt gewartet habe, war er endlich da!

Wieder ein Hengst!

Die Trauer und Ängste waren größtenteils verarbeitet, aber auch wenn ich immernoch an mein erstes Fohlen gedacht habe, habe ich mich trotzdem auf unseren Neuen gefreut.

Ich werde den Moment nie vergessen, als ich ihn das erste Mal auf die Wiese getragen habe. Noch nicht einmal 24h alt, aber schon an die frische Luft, da kann jeder kleine Hengst Angst bekommen und keinen Schritt weiter wollen.
Also habe ich ihn einfach geschnappt und unter dem Arm nach draußen vor die Tür getragen.
Dort war dann aber schon jede Angst vergessen und die Neugierde hat ihn gepackt und er hat angefangen die Welt zu erkunden.

1 Kommentar 24.3.14 12:31, kommentieren

glückliche Zeiten gehen vorbei

nun war ich glücklich.

Täglich war ich im Stall und beschäftigte mich mit meinem kleinen Hengst.
Er war wild, vergnügt und immer neugierig.
Man konnte alles mit ihm machen, fange spielen, Verstecke; er konnte sogar Bälle aportieren!

Irgendwann, als er noch nicht einmal ein Jahr alt war, fing er an sich für unsere Stuten zu interessieren. Das wurde von Tag zu Tag mehr, er hat sogar angefangen sie richtig zu besteigen.

Das war natürlich kein Zustand und da wir sowieso vor hatten ihn irgendwann kastrieren zu lassen, haben wir beschlossen es einfach direkt zu tun.

Gesagt getan, die OP wurde auf den 30.April gelegt, eine eigentliche Routine-OP.

Alles war bereit, es war schönes Wetter, er wurde in Narkose gelegt und die OP war mitten im Gange.
Unser Tierarzt war guter Dinge und scherzte sogar noch, ob er überhaupt atme.
Doch dann wurde aus Spass bitterer Ernst...

mein Kleiner war tot

er ist nie wieder aus der Narkose aufgewacht, wir wissen bis heute nicht woran es genau lag...aber er war fort, für immmer.

Für mich ist eine Welt zusammengebrochen. Von dem Wochenende weiß ich heute nicht mehr viel, es ist viel zu verschwommen.

Das war am 30.April 2011, ein ganz normaler Frühlingstag, eigentlich.

23.3.14 11:31, kommentieren

ich fange einfach mal an...

Eigentlich fängt alles ganz harmlos an... seit ich denken kann habe ich Pferde um mich herum.

Meine ganze Familie reitet und wir hatten schon immer eigene Pferde, allerdings nur Großpferde und als kleines Mädchen wollte ich immer ein Pony und ein Fohlen, das war mein großer Traum, so ein kleines Tier zum lieb haben

Keine Frage, ich mochte meine Großen auch richtig gern und hätte sie nie weggeben wollen, aber so ein kleines süßes Fohlen wollte ich trotzdem haben.

Als ich dann 9 war hat sich mein Traum schon halb erfüllt, immerhin hatte ich dann ein Pony, aber mein Traum nach einem Fohlen blieb.

Klar war es in dem Alter nicht so, dass ich jeden Tag nur an ein Fohlen gedacht habe - so war es natürlich nicht - aber der Wunsch war da.

Eines Tages war mein Pony krank, sie hat zu viel Eiweiß bekommen und hatte Hufrehe... man denkt jetzt vielleicht dann war es vorbei, aber das hat sich damals sogar als Glückstreffer für mich herausgestellt, weil man das viele Eiweiß gut durch ein Fohlen "verwerten" konnte


Also gesagt getan haben wir mein Pony, das Gott sei dank eine Stute ist gedeckt. Es hat mehrere Anläufe gebraucht aber am Ende war sie endlich tragend!

11 Monate später kam mein Fohlen endlich auf die Welt und ich war die glücklichste Person der Welt, das war im Juli 2010.


22.3.14 23:49, kommentieren